kolpinglogob
Podiumsdiskusion
15.02.2014

Thema Sportbad weiter in aller Munde

Von Mietraching (B&O, Ortsentwicklung) über die Verschuldung der Stadt bis zum Verkehrskonzept in Bad Aiblings Zentrum spannte sich der Themenbogen bei einer Podiumsdiskussion, zu der die Kolpingsfamilie ins Paulusheim eingeladen hatte. Größtenteils lagen die drei Kandidaten um das Bürgermeisteramt bei ihren Standpunkten nicht weit auseinander. Unterschiedliche Positionen machten sie etwa beim Thema Sportbad-Standort deutlich.

 

Kerstin_UWG

© OVB

Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG): "Bemühungen um Landkreisbeteiligung bei Sportbad-Bau nicht aufgeben."

Bad Aibling - Zwei Minuten hatten Felix Schwaller (CSU), Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG) und Kristin Sauter (SPD) Zeit, sich vorzustellen, bevor sie der Moderator des Abends, Kolping-Mitglied Norbert Kotter gedanklich auf das B&O-Gelände führte. Schwaller bekannte, einst bei der Nachricht vom Abzug der Amerikaner zunächst erschrocken gewesen zu sein. Schließlich sei man angesichts der knapp 70 Hektar großen Konversionsfläche vor einer noch nie da gewesenen Situation gestanden. Doch habe sich das Gelände hervorragend entwickelt.

Auch Kirsten Hieble-Fritz bezeichnete das Areal als absolute Bereicherung für die Stadt. Kristin Sauter erklärte, dass es im nächsten Abschnitt nun gelte, den Wohnbereich, etwa gegenüber der Straße Am Oberfeld, in Angriff zu nehmen. Hier wäre es wünschenswert, mit Zustimmung des Investors günstigen Wohnraum zu schaffen. Sorge, dass sich das Gelände isoliert entwickle, sozusagen ein "Mietraching II" entstehe, hatte keiner der drei.

Große Bedeutung räumten Sauter und Hieble-Fritz auf Nachfrage aus dem Publikum der Anbindung des Areals durch den Öffentlichen Personennahverkehr ein. Schwaller sah dies ebenfalls als nötig an. Es stelle sich aber die Frage, wie das Angebot angenommen werde und finanziert werden könne.

Auf die Frage, wer in Bad Aibling ein Hallenbad für erforderlich hält, hob fast das gesamte Publikum die Hand. Während Schwaller den Standpunkt vertrat, dass nach intensiven Prüfungen nur der Standort Sportpark in Frage kommt, wollte Hieble-Fritz die Möglichkeiten nicht darauf beschränken. Eine Fläche am Schulzentrum wäre allein von der Anbindung her schon günstiger. Auch Sauter sprach sich für die Prüfung von Standort-Alternativen aus, hält persönlich aber das B&O-Gelände für sinnvoll. Hieble-Fritz' Argument, das Bad müsse nahe an den Schulen liegen, hielt sie entgegen, dass nicht Schüler die Hauptnutzer seien, sondern Vereine, Bundeswehr oder Senioren.

Schwaller bestätigte dies, erläuterte aber, dass es nur dann staatliche Fördermittel gebe, wenn das Bad auch schulisch genutzt werde. Dass sich die Haltung des Landkreises zu einer Beteiligung an der Finanzierung (bisher klare Absage) nach den Wahlen ändern könnte, bezweifelte er. Es gebe viele Wünsche auch aus anderen Kommunen. "Da brauchen wir schon ein besonderes Modell, um uns abzuheben."

Seine beiden Mitbewerberinnen hingegen betonten, man dürfe in der Sache nicht nachlassen, möglicherweise höhle der stete Tropfen doch den Stein. Auf ein Datum für den ersten Sprung ins Wasser des neuen Bades wollte sich keiner festlegen.

Dass für die Nordumgehung, um die es recht ruhig geworden ist, im Haushalt 2014 kein Geld vorgesehen ist, begründete Schwaller damit, dass die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht habe und die Planungen abgeschlossen seien. Abgesehen davon, dass momantan kein Druck vorhanden sei, müsse sich auch hieran der Landkreis beteiligen, der seinerseits kein Interesse habe. Hieble-Fritz bezeichnete die Süd-Variante als "nicht begeisternd". Sie durchschneide Mietraching, sei keine echte Umgehung und verlagere die Verbindung aus der Thürhamer Straße nur nach Norden. Auch sei sie unter Hochwassergesichtspunkten problematisch. Auf den ersten Blick sei die nördlichste Variante am sympathischsten, jedoch am teuersten und landschaftsschutztechnisch am schlechtesten bewertet: "Derzeit kann man keine Variante guten Gewissens vertreten."

Auch in Sauters Augen bringt die südliche Trasse keine echte Entlastung, ein Durchschneiden Mietrachings dürfe nicht passieren. Schwaller betonte: "Etschieden wird nicht nach dem Motto "Das gefällt uns am besten, das machen wir jetzt', sondern auf dem Verfahrensweg." Eine Bürgerin bat darum, die Entlastung für die Stadt genau zu bedenken. Sie habe gehört, dass diese nur zwischen zehn und 15 Prozent liegen würde.

Kurz hielten sich die Kandidaten beim innerstädtischen, an das Shared Space-Prinzip angelehnten Verkehrskonzept auf, wobei allgemein bedauert wurde, dass nicht alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Während die Kandidatinnen an einigen Stellen Optimierungen forderten (bessere Kenntlichmachung des Kreisels), sprach sich Schwaller dafür aus, drei Jahre abzuwarten, bis das Forschungsprojekt des Bundesverkehrsministeriums zu diesem Modell abgeschlossen sei.

Gestreift wurde das Thema Verschuldung der Stadt, die inklusive Stadtwerke über dem Landkreisdurchschnitt liegt. "Die Schulden aus dem Bereich Therme belasten den Bürger nicht, sie wurde komplett mit Fremdkapital finanziert", so Schwaller. Zudem habe die Stadt stark investiert - in Straßenbau und neues Zentrum.

Kristin Sauter sieht den Bürger hingegen durch den Thermenbau durchaus betroffen, da Geld für Investitionen, etwa beim sozialen Wohnungsbau fehle. Touristisch gesehen komme die Therme zwar gut an, den Profit für Stadt und Bürger sehe sie jedoch nicht. "Die Therme trägt sich selbst", meinte wiederum Kirsten Hieble-Fritz. Investieren würde sie gerne im Schul- und Sportstättenbereich, während andererseits konkrete Einsparpotenziale genau geprüft werden müssten.

Die Frage "Wird es in sechs Jahren eine Steuererhöhung geben?", beantwortete Schwaller mit "Nein", Hieble-Fritz mit "Ich hoffe, Nein" und Sauter mit "Ich hoffe Nein, glaube aber dass es anders kommen wird."

Ein Bürger erkundigte sich, wie die Kandidaten jeweils einen kommunalen Bewusstseinsanstoß in Sachen Inklusion vornehmen würden. Diese waren sich einig, dass dies - neben dem Vorantreiben der Barrierefreiheit in der Stadt - bereits in den Köpfen und im Kindesalter durch Aufklärung geschehen müsse.

Bauland für Einheimische bezeichneten ebenfalls alle drei als dringend nötig. Für genauso wichtig hält Sauter aber auch den sozialen Wohnungsbau. Schwaller kündigte an, dass im Rahmen der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes nördlich von Bad Aibling entsprechende Flächen ausgeschrieben würden (wir berichteten). Die Größe reiche seinen Schätzungen nach für 20 bis 30 Einfamilienhäuser. Hinsichtlich Wohnraum für Senioren hoffen die Kandidaten einerseits auf Bauträger und Wohnbaugenossenschaften, sprachen sich aber auch für Offenheit gegenüber neuen Modellen aus. Mit einem "Schlagfertigkeitsspiel", bei dem unvollständige Sätze ergänzt werden mussten, endete der Abend

Home   Biografie   Programm   Aktionen   Zeitung   Kontakt 
CIMG3149
CIMG3150
CIMG3151
CIMG3152
CIMG3153
CIMG3154
CIMG3155
CIMG3156